Am Montag, den 19. Jänner 2026, fand in Liezen das e5-Vor-Ort-Treffen zum Thema „Richtige Beleuchtung und Lichtverschmutzung – Fokus Betriebe und Handel“ statt. Vertreter:innen aus e5-Gemeinden nutzten die Gelegenheit, sich über einen verantwortungsvollen Umgang mit nächtlichem Kunstlicht zu informieren und praxisnahe Lösungsansätze kennenzulernen. Herzlichen Dank an die Gastgebergemeinde Liezen für die Ausrichtung die Vor-Ort-Ausrichtung und die Verpflegung!

Nach einer kurzen Begrüßung von Bürgermeisterin Andrea Heinrich führte e5-Programmleiterin Heide Rothwangl-Heber kurz in die Thematik ein.

Fachlicher Input

Lichtimmissionen– Lichtverschmutzung -Lichtbelästigung (Ing. Johann Winkler)

Den inhaltlichen Auftakt bildete ein kompakter theoretischer Input von Herrn Ing. Johann Winkler, Amtssachverständiger für Elektrotechnik und Lichttechnik des Landes Steiermark. In seinem Vortrag beleuchtete er die Grundlagen energieeffizienter Beleuchtung, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die ökologischen Auswirkungen von Lichtverschmutzung. Dabei wurde deutlich, dass die Energie für Straßenbeleuchtung in Gemeinden bis zu 25 % des Gesamtenergiebedarfs ausmacht. Hier gibt es zum Teil ein hohes Einsparungspotenzial.

Neben Inputs zu den rechtlichen Grundlagen und Möglichkeiten wurden auch spannende Praxisbeispiele vorgestellt. Herr Winkler nahm sich auch Zeit, um Fragen aus der Praxis zu beantworten.
Eine Zusammenfassung zu den Fragen ist weiter unten zu finden.

Herr Winkler steht Gemeinden bei Fragen gerne telefonisch zur Verfügung :
Ing. Johann Winkler
Amtssachverständiger für Elektrotechnik und Lichttechnik
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
A15 Energie, Wohnbau, Technik – Fachabteilung Energie und Wohnbau
Landhausgasse 7, A -8010 Graz
Tel.: +43 316 877 2952 / Mobil: +43 676 8666 2952
E-Mail: johann.winkler@stmk.gv.at

„Licht aus“ – e5 Best-Practise aus Villach

Im Anschluss wurde das Projekt „Licht aus “ aus der Kärntner e5-Gemeinde Villach von Heide Rothwangl-Heber vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Stadt, die darauf abzielt, Lichtverschmutzung zu reduzieren und damit Umwelt, Arten und Lebensqualität zu schützen. Ausgangspunkt ist unnötige künstliche Beleuchtung in der Nacht – etwa Werbelicht oder Gebäudeanstrahlungen – bewusst abzuschalten oder früher ausgehen zu lassen. Viele Unternehmen der Stadt haben sich bereits angeschlossen und schalten z. B. Leuchtreklamen spätestens um 22 :00 Uhr aus . Gleichzeitig beteiligt sich Villach an Aktionen wie der „Earth Night“, bei der öffentliche Gebäude und LED-Screens zeitweise in der Nacht dunkel bleiben.

Nähere Informationen zu diesem Projekt sind in den Powerpoint-Folien zu finden. Für Fragen zum Projekt steht Frau Vizebürgermeisterin Sarah Katholnig aus Villach zur Verfügung.

Fragen zum Thema Beleuchtung

Wie sieht es rechtlich aus, wenn man die Straßenbeleuchtung abschaltet?
Normativ darf man Straßenbeleuchtung nicht einfach abschalten. Auf Basis einer Risikoanalyse kann man aber abschalten, wenn demnach kein Risiko besteht.

Wie steht es mit der Haftung von Bürgermeister:innen?
Die Haftung wird relevant, wenn ein Fall grober Fahrlässigkeit vorliegt. Es gibt allerdings keinen bekannten Fall, in dem ein:e Bürgermeister:in in Bezug auf Beleuchtung verurteilt wurde.

Warum darf in Oberösterreich abgeschaltet werden?
Seit 2024 gibt es ein Umweltschutzgesetz , das die Abschaltung in Oberösterreich ermöglicht.

Gibt es zugängliche Karten zum Thema Lichtverschmutzung?
Es gibt keine statistischen Daten in Lux, die zugänglich sind. Allerdings gibt es für einen groben Überblick eine Lichtverschmutzungskarte: Light pollution map

Wie sieht der behördliche Weg aus, wenn eine gewerbliche Beleuchtung falsch ausgerichtet ist, z.B. ein Parkplatz mit Scheinwerfer, die nach oben gerichtet sind?
Die Baubehörde (Gemeinde) kann die Gewerbebehörde über mögliche bestehende Beschwerden informieren.

Wie geht man vor, wenn man eine Risikoanalyse für Wohngebiete erstellen möchte? Welche Daten sind erforderlich?
Es gibt keine Vorgabe dazu, eine Begehung, mit Blaulichtorganisationen und Protokollerstellung, könnte schon als Risikoanalyse gewertet werden.

Wie geht man in puncto Nachtabschaltung bei Werbeleuchten vor?
Ideal ist ein offener Zugang. Am besten spricht man die Betreiber direkt an. Das Beispiel Villach zeigt, dass man durch offene Gespräche schon einiges bewirken kann.

Nachtspaziergang durch Liezen

Im Anschluss an den theoretischen Input und die Diskussion wurde im Rahmen eines Spaziergangs durch Liezen das frisch erworbene Wissen gleich angewendet. Johann Winkler war mit seinem Luxmeter dabei und hat einen Einblick in sei ne Arbeit als Lichtsachverständiger gegeben.

Downloads:

Foliensatz: Richtige Beleuchtung und Lichtverschmutzung (Liezen 2026)

Nachlese: Richtige Beleuchtung und Lichtverschmutzung | Fokus Betriebe (Liezen 2026)